Land- und Forstwirtschaft

Die Bewirtschaftung der Almgebiete hat in ihrer über Jahrhunderte dauernden Tradition durch den Einsatz von menschlicher Arbeit markante Veränderungen der alpinen Landschaft bewirkt. Betroffen waren davon nicht die alpinen Matten über der Baumgrenze, sondern vor allem die Waldstandorte im subalpinen und montanen Bereich. Je nach Ausprägung und Lage der Almregion ergeben sich aus der Almbewirtschaftung für Wildtiere folgende, meist miteinander verbundene Auswirkungen: die Waldgrenze wurde durch Rodungen und laufendes Schwenden um bis zu 300 Höhenmeter abgesenkt, wodurch sich der Lebensraum von Tierarten der alpinen Offenflächen deutlich nach unten erweitert (z.B. Alpenschneehuhn) bzw. auf den ausgedehnten Almweiden Huftiere aus angrenzenden Lebensräumen (z.B. Rotwild, Gams) ein zusätzliches Angebot an Äsung fanden. Weiters wurde der an die offene Almfläche nach unten anschließende Waldgürtel zur Schaffung weiterer Weideflächen und Bergmähder in topografisch günstigen Lagen ebenfalls gerodet und vom Baumbewuchs freigehalten. Dadurch entstand ein Mosaik von offenen Flächen und Wald. Zumeist wurden auch die an die Almflächen angrenzenden oder zwischen diesen liegenden Waldbereiche beweidet, wodurch innerhalb der Wälder über längere Zeit ein charakteristisches lichtes Waldbild („Weidewald“)

entstand. 

Sowohl waldbewohnende als auch alpine Tierarten finden in diesem kleinflächigen Nebeneinander von Lebensraumstrukturen

beste Lebensbedingungen.